Das PVP-Verfahren: eine sachgerechte Erwirtschaftung der AGK

von Dipl.-Ing. (FH) Christian Geiger, M.Eng. Alexander Kessler, MCE-CONSULT AG

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Auszug:

Viele Bauvorhaben werden mit Abweichungen bzw. Störungen von den technischen und zeitlichen Vorgaben abgewickelt, die bei Vertragsschluss die Grundlage für die Projektrealisierung darstellten.

Diese Bauablaufstörungen führen häufig auch zu Veränderungen der Abrechnung des Bauvorhabens. Dabei kommt es mittlerweile immer wieder zu Diskussionen über die Deckung und Vergütung der Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) des Auftragnehmers.

Neben verschiedenen bereits vorhandenen Lösungsansätzen für dieses Problem hat die MCE-CONSULT AG ein Verfahren entwickelt, welches die Allgemeinen Geschäftskosten an die Produktionsfaktoren knüpft. Dieses Verfahren der periodengerechten Verteilung von Produktionsfaktoren (PVP-Verfahren) wird im folgenden Beitrag erläutert.

Zunächst werden die Grundlagen der Allgemeinen Geschäftskosten beschrieben. Dazu zählen vor allem die Entstehung dieser, sowie die Ermittlung und Verteilung innerhalb einer Projektkalkulation. Anschließend wird der Zusammenhang zwischen den Allgemeinen Geschäftskosten und den Produktionsfaktoren hergestellt und erläutert. Darauf aufbauend wird nochmal kurz die Ausgangssituation analysiert, bevor das PVP-Verfahren vorgestellt wird. Ein zugehöriges Beispiel soll abschließend das Verfahren und dessen Möglichkeiten hinsichtlich der Erwirtschaftung der Allgemeinen Geschäftskosten verdeutlichen.

(…)

Fazit

Wie in diesem Beitrag beschrieben, müssen Allgemeine Geschäftskosten aufgewendet werden, um unabhängig von einem konkreten Bauauftrag die Funktionsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten. AGK entstehen dabei in einem Unternehmen zeitabhängig, werden allerdings durch einen umsatzbezogenen ermittelten prozentualen Zuschlag in den jeweiligen Projektkalkulationen berücksichtigt. Sie werden anschließend durch den Einsatz von Produktionsfaktoren und die dadurch erbrachte Leistung erwirtschaftet.

Solange der kalkulierte Umsatz innerhalb eines Zeitraums unter dem Einsatz der geplanten Produktionsfaktoren realisiert wird, spielt auch die Erwirtschaftung der AGK eine untergeordnete Rolle. Im Falle eines gestörten Bauablaufs kann es allerdings, bei einer reinen zeit- oder umsatzabhängigen Betrachtung, zu Schwierigkeiten bei einer sachgerechten Abrechnung und somit auch zu Über- oder Unterdeckungen der AGK kommen.

Demnach greift eine Anpassung der AGK nach rein zeit- oder umsatzabhängigen Gesichtspunkten nicht weit genug. Eine Verknüpfung der AGK mit den Produktionsfaktoren ermöglicht dagegen eine sachgerechte Anpassung der AGK infolge der veränderten Randbedingungen.

Anhand des beschriebenen Beispiels wird deutlich, dass das PVP-Verfahren alle Entwicklungen während des Bauprozesses, mit Auswirkungen auf die AGK, berücksichtigen kann. Hierzu zählen z.B. die Verschiebung der Bauzeit, Mehr- und Mindermengen mit und ohne Auswirkungen auf die Bauzeit, zusätzliche/geänderte Leistungen mit und ohne Auswirkungen auf die Bauzeit, Änderung der Kapazitäten und des Kapazitäteneinsatzes, Beschleunigungsmaßnahmen usw.

Das PVP-Verfahren ist ein transparentes und faires Verfahren, welches sowohl eine Unterdeckung als auch Überdeckung der AGK sofort erkennen und darstellen lässt und somit eine sachgerechte Erwirtschaftung der AGK ermöglicht.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Entstehung der AGK
2.2 Die AGK und die Projektkalkulation
2.3 Zwischenfazit
3 Zusammenhang von AGK und Produktionsfaktoren
4 Analyse der Ausgangssituation
5 Das PVP-Verfahren
5.1 Einführung
5.2 Beispiel
5.2.1 Stillstand
5.2.2 Verlängerung der Projektdauer
5.2.3 Kombination von Störungen
6 Fazit

Veröffentlichung: 2019